Comenius-Projekt

Ausführlicher Bericht

Durch einen ehemaligen polnischen Schüler, Herrn Sebastian Rafka, haben wir intensiven Kontakt nach Polen.
Herr Rafka ist Deutschlehrer in Polen. Mit seiner Schule gingen wir eine Partnerschaft ein. Im Jahre 2000 besuchte uns eine kleine Gruppe aus Strzelce bei Oppeln. Um weitere Fahrten bezahlen zu können beschlossen wir, an einem Comeniusprojekt teilzunehmen.

Die koordinierende Schule war aus
Evry/Frankreich Partner waren aus Perugia/Italien, Cassino/Italien, Strzelce/Polen, Northeim/Deutschland und wir, die Haupt- und Realschule Remlingen.
 
Wir starteten Ende November im Schuljahr 2003/2004 nach Frankreich mit 3 Lehrern (Herr Aeffner, Frau Hoffmann, Frau Kroggel) und 4 Schülern : Mike Goslar (Jonglage), Nina Temming (Jonglage), Franziska Wagner (Theater), Dennis (Technik).
 
Es war aufregend, spannend, ansteckend. Die Schüler waren privat untergebracht, wir Lehrer mit allen anderen Lehrern im Hotel. Es begannen die Vorbesprechungen und Planungen für Mai 2004.
Auf der Heimfahrt im Nachtzug von Paris nach Hannover schmiedeten wir Pläne für die nächsten Jahre. Die Schüler hatten genaue Vorstellungen, was wir wie machen sollten.
So mieteten wir am Tag der Ankunft das Lessingtheater in Wolfenbüttel, denn im 2. Jahr waren wir Gastgeber vom „Musik und Kultur“.
Aber erst einmal trafen wir uns im Mai 2004 in Strzelce / Polen, um die Musik aus Italien in Jonglage und Bewegung umzusetzen.
Alle Schulen hatten etwas vorbereitet, es wurde ein reichhaltige Programm auf die Bühne dargeboten, siehe Fotoanhang.

Nun war das erste Jahr vorbei, viele E-Mails haben Europa durchkreuzt, viele Freundschaften wurden geschlossen, tausend Erfahrungen gesammelt, Fotos, Filme, Briefe hin und her gesandt.
Leider ist die koordinierende Schule aus dem Projekt ausgestiegen, beinahe drohten die Folgepläne sich in Luft aufzulösen. Mutig griffen wir zu und übernahmen die Leitung des Projektes für die nächsten 2 Jahre. 
Wir bekamen die Genehmigung, obwohl eine Schule absprang und die Leitung des Projektes wechselte. Was waren wir stolz!
Doch nun hieß es planen, planen, planen. Sponsoren suchen , einladen, Gastgeber finden, üben, Programm erstellen, .......
Wir wurden von Eltern, politischer Gemeinde, Firmen und vielen Einzelpersonen großzügig unterstützt.
Das gesamte Kollegium wurde eingespannt, Sekretärin und Hausmeister, die Samtgemeinde Südasse, die ganze Schule an vielen Tagen genutzt.
Wir erhielten 70 Schüler und 20 Lehrer zu Gast, wir brachten alle privat unter, so dass angedachte Hotelgelder in Fahrgelder für Schülertransporte umgemünzt werden konnten.
Projektschulen waren aus:
Northeim, Cassino, Strzelce.
Außerdem empfingen wir als Gäste: Austauschschüler des Französischunterrichts aus Cachan, eine kleine Gruppe aus Druskininkai / Litauen,eine Gastlehrerin aus Sivas/ Türkei.

Unser Programm:
o         wir kochten für 20 Gastlehrer
o         gaben einen Empfang mit kulturellem Programm in der Turnhalle (300 Personen)
o         besuchten die Autostadt Wolfenbüttel
o         zeigten stolz unsere Fachwerkstadt Wolfenbüttel
o         besuchten den Braunschweiger Weihnachtsmarkt
o         Bühnenprogramm im Lessingtheater (680 Zuschauer)
o         Empfang und Essen in der Kommisse ( 90 Personen)
o         Schülerdisco

Fotos: siehe Fotogalerie. Einen Film über das Projekt gibt es bei videoverdi zum Sonderpreis zu kaufen.

Das 2. Projektjahr 2004 / 2005 lag hinter uns. Wir stellten den 3. Antrag für das Jahr 2006 / 2007.
Leider wollten die italienischen Schulen aus dem Projekt aussteigen, ihre Schüler waren wesentlich älter als alle anderen Jugendlichen unserer Gruppen.
So stellten, Litauen, Türkei, Polen und Deutschland (Northeim und Remlingen) den gemeinsamen Antrag.
Wir wollten nach Litauen reisen und dort Kultur kennenlernen, doch oh Schreck. Litauen erhielt keine Genehmigung!
Was tun?
Wir hatten die Wahl zwischen Northeim und Sivas / Ostanatolien!!!!!!
Langweilig sollte es nicht werden, aber....trauen wir ( Hoffmann, Stapel-Falckenthal, Täger-Wondra) uns mit Schülern auf eine Flugreise nach Sivas zu?????????? Das ist Asien!
 
Ja!
Die polnischen Schüler kamen mit dem Eurolinebus nach Braunschweig, gemeinsam durchlebten wir die Generalprobe in den Osterferien in der Remlinger Schule und am 19.4.2006 ging es gemeinsam mit den Northeimer Freunden per Flugzeug nach Istanbul , und nochmals 3 Stunden Flugzeit nach Kayserie, von dort 3 Stunden mit dem Bus nach Sivas.
Es war eine aufregende, ungewöhnliche Reise, mit tausenden von Eindrücken.
Andere Musik, andere Kulturgewohnheiten, großartig für unser Projekt und der Höhepunkt in den 3 Jahren.
Wir wurden bewirtet, behütet, herumgereicht, wir wurden vorstellig beim Bürgermeister, dem deutschen Botschafter der Region, dem Gouverneur, wir pflanzten einen Baum, brachten live - Rockmusik nach Anatolien, zeigten unsere Theatercollage und sahen tanzende Derwische, tranken Tee, waren 3 Stunden live im Fersehen, in 20 Zeitungen wurde über uns berichtet. Wir lernten unendlich viele liebe Menschen kennen.
Mehr darüber im Film (videoverdi) und in der Bildergalerie.
Die türkische Gruppe wollte nun auch noch reisen und organisierte eine Fahrt nach Strzelce.
Für unseren Haushalt war das nicht mehr vorgesehen, aber eine Kleingruppe erhielt die Genehmigung auf eigene Kosten über ein langes Wochenende dazu zu stoßen.
Gott sei Dank fährt ja jede Nacht ein Eurobus von Braunschweig nach Strzelce und von Strzelce nach Braunschweig.
Welches übrigens schon einige unserer Schüler außerhalb von Schulzeiten nutzten.
Ein wahnsinniges schönes Projekt ging zu Ende.
Viele Schülerinnen und Schüler konnten wir über den Remlinger Tellerrand schauen lassen, sie haben Europa spürbar erlebt, haben Erfahrungen gemacht, sind „lebenstauglicher“ geworden, indem sie Ängste überwunden, Aufregungen ausgehalten und eventuelle Vorurteile abgebaut haben.
 
Nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Ein türkischer Lehrer besuchte uns 4 Wochen später.
Drei Kollegen aus Litauen schauten während der Fußballweltmeisterschaft vorbei. Gemeinsam schmiedeten wir Pläne für ein zweites großes Projekt. Leider wurde unsere Arbeit gestoppt.
Zu viele Schulen beantragten die Genehmigung für ein Comeniusprojekt. Es werden natürlich jetzt Schulen bevorzugt, die noch kein Projekt erleben durften.
 
Wir geben nicht auf - unsere Partnerschule in Strzelce wartet auf uns.
Mehr darüber demnächst.
 
Für das Projekt berichtete
Helga Hoffmann, Koordinatorin des Projektes „Musik und Kultur“
 

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